Die Legende der heiligen Lucia

santa_lucia_1Um das Jahr 286 nach Christus wurde Lucia in Syrakus geboren. Bereits als Kind gelobte sie ewige Jungfräulichkeit und strebte ein Leben in klösterlicher Abgeschiedenheit an. Ihre Mutter Eutychia indess hatte andere Pläne für sie. Sie wünschte ihre Tochter zu verheiraten, aber Lucia zögerte eine Verlobung immer wieder hinaus. Als ihre Mutter schwer erkrankte unter nahm sie mit ihr eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agathe in Catania. Hier wurde Eutychia durch ein Gebet und eine Erscheinung geheilt, woraufhin auch sie sich taufen ließ und offiziell zum Christentum bekannte. In einem visionären Traum erschien die Agathe der Lucia und verkündete ihr ein ähnliches Schicksal wie ihr eigenes -also ein Martyrium. Um gerüstet zu sein, soll sie auch weiterhin fest zu ihrem Glauben stehen.

Bestärkt durch diese Vision kündigte sie das, von ihrer Mutter arrangierte, Eheversprechen. Mit der Unterstützung ihrer Mutter und ihrem Vermögen, gründete die junge Frau eine Armen- und Krankenstation. Außerdem unterstützte sie ihre im Untergrund lebenden Glaubensgenossen. Um in den dunklen Tunneln etwas sehen zu können, trug sie eine Krone mit Kerzen auf dem Haupt. So konnte sie mehr Speisen zu den notleidenden Menschen bringen, denn sie hatte beide Hände frei.

Ihr ehemaliger Verlobter, der die Auflösunges  des Eheversprechens nicht akzeptierte, hingegen betrachtete ihr Verhalten argwöhnisch. Als sie begann ihr Vermögen, also ihr Erbe und damit gleichzeitig auch ihre Mitgift, für mildtätige Zwecke einzusetzen, zeigte er sie beim Präfekten an und überstellte sie seiner Verantwortung. Der Präfekt seinerseits befand Lucia für schuldig und wollte sie in ein Dirnenhaus verbringen lassen.

Nachdem jedoch tausend Männer nicht in der Lage waren, sie vom Fleck zu bewegen, wurde ein Ochsengespann geholt. Auch dieses konnte die gefesselte junge Frau nicht hinauszerren. Nun wendete man verschiedene Zauber an, übergoss sie mit kochendem Öl und entzündete einen Feuerkreis um sie -doch sie blieb davon unangetastet. Sie selber riss sich jedoch ihre schönen Augen aus und legte sie auf einen goldenen Teller, damit sie ihrem Verlobten geschickt werden konnten. Um Lucia nun endgültig zu töten, stieß man ihr ein Schwert in den Hals.  Dennoch betete sie laut weiter und verkündete den nahen Frieden für das Christenreich, da Kaiser Maximian gestorben und Kaiser Diokletian vertrieben war. Lucia starb erst, nachdem ein Priester ihr eine Hostie gereicht hat. Ihr Todestag war der 13. Dezember 304. Im Himmelreich schenkte ihr die Mutter Gottes ein Paar neue Augen, die noch schöner waren als ihre ursprünglichen.

Quelle: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Lucia.htm